Vor der OP: Vorbereitung in der Anästhesie

Montag, 12.15 Uhr. Frau V. kommt ein paar Minuten früher und wird sofort an der Zentralen Patientenaufnahme empfangen. Ein wenig nervös sei sie, gibt sie zu. Aber erst seit gut einer Stunde. Zuvor habe sie den Vormittag wie gewöhnlich zu Hause verbracht und sogar noch ein wenig im Garten gearbeitet. Gefrühstückt hat sie vor 6 Uhr, so wie es Chefarzt Dr. Pesch empfohlen hatte.
Von der Zentralen Patientenaufnahme sind es nur wenige Schritte zu den Räumen der ambulanten OP. Dort wartet Anästhesiepfleger Alfred Meyer auf die Patientin und führt sie gleich in ein mit gelben Vorhängen abgetrenntes Abteil. Auf dem OP-Stuhl liegen bereits ein Hemd sowie ein großes Handtuch bereit. In den Wintermonaten steht den Patienten vor und nach der OP außerdem eine Wärmedecke zur Verfügung, damit sie vom Eingriff geschwächt nicht frieren.
Sogleich zieht sich Frau V. um. Ihre privaten Gegenstände wie Kleidung und Schmuck kann sie hier während ihrer Operation geschützt aufbewahren.
Im langen weißen OP-Hemd setzt sich Frau V. in den fahrbaren Stuhl und wird von Alfred Meyer mit dem Handtuch zugedeckt. „Es kann noch ein wenig dauern bis es losgeht. Ein Kind möchte unbedingt auf die Welt und findet nicht den richtigen Weg“, informiert der Pfleger seine Patientin über den verzögerten OP-Beginn und legt zunächst einen venösen Zugang an der linken Hand. Ein kleiner Piecks und schon steckt eine Infusionsnadel in der Haut, eine Infusionslösung wird eingeleitet. „Gegen den Durst“, erklärt Herr Meyer. Schon bald merkt Frau V., wie ihr Durst abnimmt. Auch an diesem heißen Tag ist der Anästhesieraum angenehm kühl.
Anschließend bekommt sie noch einen kleinen Clip an den Finger sowie eine Manschette um den Arm: Damit werden Puls, Blutdruck und die Sauerstoffsättigung im Blut gemessen. Wie ein Metronom tickt das Gerät vor sich hin, kommt kurz aus dem Takt und piepst dumpf: „170 zu 110, das ist die Aufregung, der geht dann schon wieder runter“, beruhigt Meyer seine Patientin.
Die Krücken sowie Rezepte gegen Schmerzen, die sie nach der Operation benötigen wird, werden ihr schon jetzt gebracht, damit nach der Operation alles bereit steht und sich die Patientin um nichts mehr kümmern muss.
„So, jetzt bekommen Sie Ihren Begrüßungsschnaps“ scherzt der Narkosearzt und leitet die Prämedikation ein, indem er Frau V. ein Mittel zur Beruhigung spritzt. „Jetzt passt der Blutdruck wieder: 150 zu knappen 90“, stellt Meyer wenig später fest. Langsam wird sie müder und auch das Sprechen fällt ihr zunehmend schwer. Zahnprothese und Brille werden zur Seite gelegt. Es geht los.

