Die Untersuchungen im ersten Lebensjahr
Die körperliche und geistige Entwicklung Ihres Babys verläuft im ersten Lebensjahr rasant. Je früher man dabei eine Störung erkennt, umso besser kann geholfen werden. Deshalb finden in den ersten zwölf Monaten sechs Vorsorge-Untersuchungen statt. Die Ergebnisse der einzelnen Termine trägt der Kinderarzt ins gelbe Vorsorgeheft ein, das Sie bei der Geburt Ihres Babys bekommen haben. Darin ist auch aufgelistet, was der Kinderarzt testet.

U1 - direkt nach der Geburt
Die U1 dient vor allem dazu festzustellen, wie gut das Baby die Geburt überstanden hat. Die Hebamme oder der Geburtshelfer überprüft kurz nach der Geburt Hautfarbe, Atmung, Herztätigkeit, Muskeltonus und Reflexe. Die Ergebnisse, die sogenannten Apgar-Werte, sollten zwischen 8 und 10 betragen.
U2 - in der 1. Lebenswoche
Die U2 ist die große Basisuntersuchung nach der Geburt; meist wird das Neugeborene jetzt erstmals von einem Kinderarzt beobachtet. Er prüft die Reflexe, aber auch, ob das Knochengerüst in Ordnung ist. Ganz wichtig ist ein Stoffwechsel-Test, bei dem Blut aus der Ferse des Babys entnommen wird. Die U2 wird von einem Kinderarzt noch während Ihres Aufenthaltes in der Klinik durchgeführt. Darüber hinaus bietet der Orthopäde Dr. med. Stephan Grunert Hüftultraschall-Untersuchungen an, bei denen eventuelle Fehlentwicklungen der Hüfte festgestellt werden können. Diese Untersuchung ist eine sog. Igelleistung und wird nicht von der Krankenkasse gezahlt.
U3 - 4. bis 6.Woche
Viele Eltern gehen zur U3 erstmals mit ihrem Baby in die Praxis eines Kinderarztes. Der Arzt fragt, wie Mutter und Vater mit dem Baby zurecht kommen. Er misst den Kopfumfang, der Aufschluss darüber gibt, ob die Entwicklung normal verläuft und kontrolliert, ob die Fontanellen noch offen sind. Außerdem untersucht er die Hüfte durch Bewegungstests auf eventuelle Fehlstellungen, wobei die angewinkelten Beine zur Seite gespreizt werden.

U4 - 3. bis 4. Monat
Kinderärzte halten die U4 (neben der U2) für die wichtigste Untersuchung. Denn viele Entwicklungsstörungen, die jetzt erkannt werden, lassen sich noch erfolgreich behandeln. Der Kinderarzt achtet besonders auf die motorische Entwicklung des Babys: beispielsweise wie es den Kopf hält - ganz gleich, nach welcher Seite der Arzt den Körper beugt - oder ob es auf Geräusche reagiert.
U5 - 6. bis 7. Monat
Der Arzt spielt mit dem Baby und untersucht es dabei. Er tastet die inneren Organe ab, untersucht die Augen des Kindes. Während der U5 testet er auch, ob das Baby Blickkontakt hält und gezielt greifen kann. Er prüft, ob das Kind den Oberkörper mühelos aufrichtet und sich bereits einigermaßen im Gleichgewicht hält.
U6 - 10. bis 12. Monat
Gegen Ende des ersten Lebensjahres beobachtet der Arzt in erster Linie wie sich das Baby entwickelt hat. Was macht das Kind - allein und spontan von sich aus? Wie krabbelt oder sitzt es? Zieht es sich an Möbeln hoch, richtet es sich auf und spielt? Oder wagt es vielleicht schon die ersten Schritte? Die U6 sollte nicht gerade dann stattfinden, wenn das Baby mitten in der Fremdelphase ist.
Bei jeder Untersuchung wird das Baby gewogen, Körperlänge und Kopfumfang werden gemessen, innere Organe abgehört oder abgetastet. Der Arzt begutachtet die Haut des Babys, überprüft Reflexe und motorische Entwicklung, untersucht die Geschlechtsteile.
Spätestens bei der U3, also wenn das Baby vier bis sechs Wochen alt ist, will der Arzt auch einiges über die Krankengeschichte der Familie wissen. Wenn es in einer Familie gehäuft Allergiker oder Brillenträger gibt, trägt das Baby ein erhöhtes Risiko.
Auch wenn das Baby völlig gesund ist, sollten Eltern keine der Vorsorge-Untersuchungen versäumen. Die Termine beim Arzt sind schließlich Rückversicherung, dass es dem Kind weiterhin gut geht. Eltern sollten sich auf den Besuch beim Kinderarzt gut vorbereiten und vorher aufschreiben, welche Fragen oder Probleme es gibt.


