Veranstaltungen

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Wenn das Knie schmerzt - Behandlungsmöglichkeiten bei rheumatischer Erkrankung

Wann?

14.02.2012
18:00 Uhr

Wo?

Tagungszentrum Schloss Kösching
Krankenhausstraße 21
85092 Kösching

Referent

Dirk Hedrich

Die Prostata, die große Unbekannte

Wann?

16.02.2012
19:00 Uhr

Wo?

Tagungszentrum Schloss Kösching
Krankenhausstraße 21
85092 Kösching

Referent

Patrick Schmoll

Infoabend für werdende Eltern

Wann?

24.02.2012
18:00 Uhr

Wo?

Tagungszentrum Schloss Kösching
Krankenhausstraße 21
85092 Kösching

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13. Eichstätter Gesundheitsgespräch - Thema Herz und Hirn

„‚Herz und Hirn’ muss der Mensch sprichwörtlich haben, um als charakterlich einwandfrei zu gelten.“ Mit diesen Worten begrüßte Landrat Anton Knapp die rund 130 Gäste des 13. Eichstätter Gesundheitsgesprächs am Samstag im Alten Stadttheater. Weil Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems außerdem nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland darstellen, hatte Professor Helmut Kücherer, Leiter der Medizinischen Klinik II der Kliniken im Naturpark Altmühltal, beides zum Thema der Vortragsveranstaltung gemacht. Sein Programm schlug thematisch eine Brücke zwischen Erkrankungen des Herzens und des Gehirns. Denn obwohl die Themen „Herz und Hirn“ auf den ersten Blick unterschiedlichen Fachbereichen zuzuordnen sind, gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten, die die Referenten beschrieben.

Den Anfang machte Chefarzt Professor Thomas Wertgen, der Möglichkeiten der Vorbeugung aufzeigte. Der Internist und Gastroenterologe der Klinik Eichstätt beschrieb Faktoren, die zu einem erhöhten Schlaganfall-, aber auch Herzinfarktrisiko führen. Bluthochdruck, ein gestörter Zuckerstoffwechsel, hohe Cholesterinwerte und das Schlafapnoesyndrom - Atempausen während des Schlafes, die zu Sauerstoffmangelversorgung des Gehirns führen - sind die wichtigsten Hinweise auf ein gesteigertes Erkrankungsrisiko. Um diesen Krankheiten vorzubeugen bzw. ihnen zu begegnen, ist die Umstellung des Lebensstils entscheidend. Auch ohne Medikamente kann man das Risiko für einen Schlaganfall senken. Hier ist es wichtig, auf sein Körpergewicht und auf eine gesundheitsbewusste Ernährung mit eingeschränktem Alkoholkonsum zu achten. Selbstverständlich gehören der Verzicht auf das Rauchen und ausreichend Bewegung ebenso zur Risikosenkung wie Stressbewältigungsmethoden.

Die Eichstätter Logopädin Christin Jasper zeigte eine mögliche Folge des Schlaganfalls - die Aphasie. Das Verstehen und Produzieren von Sprache sind hochkomplexe Prozesse, die das Gehirn scheinbar mühelos leistet. Durch eine Hirnschädigung kann es passieren, dass diese komplexen Sprachprozesse nicht mehr funktionieren. Diese Störung der Sprache nennt man Aphasie. So unterschiedlich wie die Schädigungen sein können, so unterschiedlich sind auch die Störungsformen und die Schweregrade einer Aphasie. Eine Aphasie kann das Verstehen, Sprechen, Lesen und Schreiben, aber auch den Umgang mit Zahlen betreffen. Oft ist nicht nur die Sprache beeinträchtigt, sondern auch die Sprechmotorik. Nach der Hirnschädigung beginnt das Gehirn sich zu regenerieren. Um diese Selbstheilungsprozesse des Gehirns optimal zu unterstützen, sollte eine Sprachtherapie am besten bereits im Akutkrankenhaus beginnen. Diese wird in der Rehabilitation sehr intensiv und anschließend ambulant fortgesetzt. Ziel ist es, dem Patienten wieder eine Verständigung mit seiner Umwelt zu ermöglichen. Wichtig ist dabei das Verständnis seines Umfelds, das dem Patienten die nötige Zeit geben muss, „seine Sprache wieder zu finden“.

Welche Anzeichen auf einen Schlaganfall hinweisen, erläuterte Dr. Thomas Madler, Neurologe und Psychologe. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in den westlichen Industrieländern und häufigste Ursache für Invalidität in höherem Lebensalter. Die Ausprägung der Symptome und zusätzliche Anzeichen sind vom Ausmaß der Schädigung und vom Ort des Hirnschlags abhängig. Am häufigsten tritt ein Verschluss der mittleren Hirnschlagader auf. Hierbei kommt es zu einer ausgeprägten halbseitigen Lähmung, zu Taubheitsgefühlen sowie zu Sprachstörungen. Ist die vordere Hirnschlagader betroffen, zeigt sich dies vor allem durch eine Lähmung der Beine. Bei einem Verschluss der hinteren Hirnschlagader kommt es zu einem Ausfall des Gesichtsfeldes auf der Gegenseite der betroffenen Hirnseite. Häufig geht dies mit starken Kopfschmerzen einher. Bei Schädigungen des hinteren Hirnkreislaufs kommt es zu motorischen Störungen in beiden Beinen gelegentlich auch in Armen. Hinzu kommen Hirnnervenlähmungen und Bewusstseinstörungen. Eindringlich beschwor Madler die Zuhörer, auf die genannten Symptome schnell zu reagieren. Ein akuter Schlaganfall ist ein Notfall, bei dem Hirngewebe rasch abstirbt. Daher müssen Behandlungsmaßnahmen innerhalb der ersten drei bis fünf Stunden nach Auftreten der ersten Symptome erfolgen, um bleibende Schäden am Gehirn zu verhindern.

Verengungen der Gefäße liegen sowohl dem Schlaganfall als auch den koronaren Herzerkrankungen zu Grunde. Dies stellte Chefarzt Professor Kücherer dar und machte damit die enge Verbindung zwischen Herz und Gehirn deutlich. Das Risiko einen Hirninfarkt, also einen Gefäßverschluss, zu erleiden, steigt bei Bluthochdruck, koronarer Herzerkrankung und nach vorher schon aufgetretenen Durchblutungsstörungen des Gehirns um ein vielfaches. Auch bei Diabetes, Zigarettenrauchen, erhöhten Blutfettwerten und peripherer arterieller Verschlusskrankheit steigt das Risiko um das zwei- bis dreifache. Den Hauptgrund für den Verschluss von Gefäßen stellt die Arteriosklerose dar. Hierbei bilden sich im Laufe der Zeit Plaques aus Fettablagerungen, die die Gefäße verengen. Auch Embolien können Gefäßverschlüsse verursachen. Ein so genannter Embolus - Gefäßpfropf, Blutgerinnsel - wird durch den Blutstrom in ein enges Blutgefäß gespült und verschließt es.

Nach der Mittagspause stellte Dr. med. Bernhard Mödl die Wirkung von Marcumar - Gerinnungshemmer – im Bezug auf den Schlaganfall dar. In Deutschland nehmen etwa eine halbe Million Menschen dauerhaft gerinnungshemmende Medikamente, so genannte Antikoagulantien, ein. Hinzu kommen etwa 350 000 Patienten, die diese Medikamente für eine begrenzte Zeit, z. B. nach einem Herzklappenersatz mit einer Bioklappe, einnehmen. Marcumar setzt die Gerinnbarkeit des Blutes herab, hebt sie aber nicht auf und beugt der Bildung von Blutgerinnseln und damit auch einem Schlaganfall vor. Ein großes Problem ist die zunehmende Anzahl an Patienten mit Vorhofflimmern. Etwa jeder fünfte Schlaganfall ist auf Vorhofflimmern zurückzuführen. Rund zweidrittel der durch Vorhofflimmern bedingten Schlaganfälle wäre durch eine leitliniengerechte Blutverdünnung vermeidbar. Die Entscheidung für Marcumar kann aber nur individuell getroffen werden. Die Ärzte bewerten das Risiko unter Berücksichtigung von Faktoren wie Alter, Herzschwäche, Diabetes, Hochdruck und evtl. einem früheren Schlaganfall, um die Entscheidung für oder gegen Marcumar zu treffen. Gerade ältere Menschen, vor allem Frauen, profitieren von einer Gerinnungshemmung, gleichzeitig nimmt das Blutungsrisiko mit dem Alter aber zu. Das bleibt ein Dilemma. Umso wichtiger ist die Überwachung der Gerinnungseinstellung unter Marcumar, dann kann die Einnahme von Marcumar mehr Vor- als Nachteile bringen.

Zum Abschluss der Vortragsveranstaltung schilderte Richard Nikol Möglichkeiten und Ziele der Rehabilitation. Zunächst machte er den Zuhörern mit einer Übung deutlich, wie es sich anfühlt, beispielsweise halbseitig gelähmt zu sein. Der Leiter des klinischen Sozialdienstes erläuterte, welche Voraussetzungen für eine Rehabilitation bestehen müssen. Dabei hilft der Sozialdienst dem Patienten in der Klinik, individuell eine passende Rehabilitation zu finden und die entsprechenden Anträge zu stellen. Auch die Ziele der Anschlussheilbehandlung müssen individuell festgelegt werden. So kann bei einem jungen Menschen die Wiedereingliederung in das Arbeitsleben, für einen alten Menschen dagegen eine möglichst große Selbstständigkeit im Alltag das Ziel sein.

Gewinner:
Erstmal gewann beim traditionellen Quiz ein Ehepaar, Herr und Frau Held aus Pfünz freuten sich über einen Gutschein des Klinik Café und der Physikalischen Therapie. Juliane Hiermeyer aus Pfünz konnte sich über den zweiten Preis freuen.