Veranstaltungen

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Besichtigung des Herzkatheterlabors

Wann?

24.05.2012
18:00 Uhr

Wo?

Klinik Eichstätt
Ostenstraße 31
85072 Eichstätt

Referent

Helmut Kücherer

Patientenschule

Wann?

24.05.2012
18:00 Uhr

Wo?

Tagungszentrum Schloss Kösching
Krankenhausstraße 21
85092 Kösching

Referent

Gregor Voggenreiter

Infoabend für werdende Eltern

Wann?

25.05.2012
18:00 Uhr

Wo?

Tagungszentrum Schloss Kösching
Krankenhausstraße 21
85092 Kösching

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Ergebnisse zeigen schwache Fitness der Kinder im Landkreis

Über 270 Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren nahmen im vergangenen Herbst am Projekt „Gesund groß werden“ des Landkreises Eichstätt unter der Schirmherrschaft von Landrat Anton Knapp teil. Das von dem Hormonexperten Chefarzt Privatdozent Dr. med. habil. Matthias Breidert, Klinik Kösching, initiierte gemeinsame Projekt der Gesundheitsabteilung des Landratsamtes, der Schulen des Landkreises Eichstätt sowie der Kliniken im Naturpark Altmühltal untersuchte erstmals Gewicht und Fitnesszustand der Kinder im Landkreis. Nach Auswertung der Messergebnisse stellten die Projektpartner nun die Resultate vor: Während die Zahl der übergewichtigen Kinder im Landkreis dem bayerischen Durchschnitt entspricht, schnitten die Kinder beim Fitnesstest nur knapp befriedigend ab.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die zu viele Kilos mit sich herumtragen, nimmt seit Beginn der 1980er Jahre zu. Dies gilt nicht nur für Deutschland - weltweit gibt es immer mehr dicke Kinder und Jugendliche. In Deutschland sind 15 Prozent aller 3- bis 17-Jährigen übergewichtig, jeder zweite bis dritte davon ist sogar stark übergewichtig, d. h. er leidet unter Adipositas. Mit dem Alter nimmt diese Entwicklung weiter zu. Bei den Erwachsenen sind schon mehr als die Hälfte von Übergewicht und seinen Folgen betroffen. Daher ist es wichtig, das Ausmaß des Problems zu erkennen, rechtzeitig auf diese Entwicklung zu reagieren und Maßnahmen gegen das Übergewicht zu entwickeln. Denn Übergewicht ist längst keine reine Schönheitsfrage. Das Gewicht wirkt sich auf die Gesundheit und die Entwicklung von Kindern aus und trägt damit entscheidend dazu bei, ob Kinder „gesund groß werden“.

Die Erfassung des Ist-Zustandes und die Ableitung konkreter Maßnahmen ist daher ein Ziel des Projektes „Gesund groß werden“ im Landkreis Eichstätt. Erstmals wurden für den Landkreis Eichstätt repräsentative Daten zu Gewicht und Fitness der Kinder erhoben. Im bayern- und deutschlandweiten Vergleich zeigt sich, dass die Daten für den Landkreis dem bayerischen Durchschnitt entsprechen und damit deutlich besser sind als der gesamtdeutsche Schnitt. Im Landkreis Eichstätt sind demnach 8,8 Prozent der Mädchen und Jungen zwischen sechs und elf Jahren übergewichtig. Bayernweit sind es neun Prozent. Im Vergleich hierzu stehen im deutschen Durchschnitt 10,8 Prozent und als negativer Spitzenreiter in Deutschland schlägt Mecklenburg-Vorpommern mit 13,6 Prozent zu Buche. Hinzu kommen jene Kinder, die an Adipositas leiden. Auch hier liegen die Kinder im Landkreis Eichstätt in etwa im bayerischen Durchschnitt. Doch während in bayernweiten Untersuchungen die Zahl adipöser Jungen und Mädchen mit 4,1 bzw. 3,7 Prozent beinahe identisch ist, ist im Landkreis ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern zu verzeichnen. Von den untersuchten Kindern waren 3,1 Prozent der Mädchen und 6,1 Prozent der Jungen stark übergewichtig.

Neben dem Gewicht ist auch die körperliche Fitness wichtig für eine gesunde Entwicklung der Kinder. Daher war es ein weiteres Ziel der Studie, den Fitnesszustand der untersuchten Kinder zu messen. Hierzu wurde der Münchner Fitness-Test durchgeführt, der sich aus sechs Übungen zusammensetzt, die unterschiedliche Aspekte der sportlichen Fähigkeiten der Kinder überprüfen. Um die Messwerte der unterschiedlichen Altersklassen vergleichbar zu machen, wurden die Ergebnisse in sog. T-Werte umgerechnet, die Alter und Geschlecht der Kinder mit einrechnen. Die besten Ergebnisse erzielten die Jungen und Mädchen im Standhochspringen mit einem Durchschnittswert von 52,7. Das entspricht einer 3 plus. Bei den anderen Übungen liegt der Mittelwert zwischen 45 und 48 Punkten, was einer Beurteilung zwischen ausreichend (4) und befriedigend (3) entspricht. In allen gestellten Übungen gab es Kinder, die sehr gute Ergebnisse erzielten. Allerdings gab es auch Kinder mit nur mangelhaften Resultaten. Vergleicht man die T-Werte der Jungen und Mädchen, so stellt man nur geringe Unterschiede zwischen den Geschlechtern fest. Insgesamt zeigten die Ergebnisse, dass der Fitnessgrad der Kinder gerade noch als befriedigend bewertet werden kann.

Als Ergänzung zu diesen Untersuchungen wurde eine bioelektrische Impedanzanalyse durchgeführt. Dies ist eine genaue Messung der Körperzellmasse der extrazellulären Masse und der Fettmasse. Bei den Untersuchungen zeigten sich bei Jungen und Mädchen vergleichbare Ergebnisse und ein eher unterdurchschnittlicher Wert, der die Ergebnisse des Münchner Fitnesstests unterstrich. Insgesamt ist der Ernährungszustand als gut, der Trainingszustand als eher unterdurchschnittlich zu bewerten.

Nun ist es wichtig, aus diesen Ergebnissen die entsprechenden Schlüsse zu ziehen. Denn das Projekt „Gesund groß werden“ kann die negative Entwicklung nur beeinflussen, wenn die Ergebnisse der Studie für den Alltag der Kinder Konsequenzen haben. Dabei setzen die Initiatoren des Projekts zum einen auf die Sensibilisierung der Eltern und Kinder für die Themen gesunde Ernährung und Bewegung. Zum anderen sind konkrete Maßnahmen in den Schulen geplant und zum Teil bereits umgesetzt. So sollen die Kinder mit zusätzlichen Sportangeboten und gesunden Pausenbrotangeboten von den Vorteilen gesunder Ernährung und dem Spaß an Bewegung überzeugt werden. Da diese Angebote aber nur auf freiwilliger Basis angeboten werden können, hoffen die Initiatoren auf die Einsicht der Eltern sowie auf politische Konsequenzen. So ist es zum einen wichtig, dass Eltern ihre Kinder dazu anhalten an Sportangeboten teilzunehmen, egal ob in der Schule oder in Sportvereinen. Zum anderen setzen die Projektpartner auf die verstärkten Bemühungen aus der Politik, die Themen Ernährung und Bewegung im Lehrplan und damit im Schulalltag zu stärken.