Veranstaltungen

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Diabetikerschulung

Wann?

21.05.2012
15:00 Uhr

Wo?

Speth'scher Hof
neben der Klinik Eichstätt (2. OG)

Referent

Susanne Seifert

Diabetikerschulung

Wann?

22.05.2012
15:00 Uhr

Wo?

Speth'scher Hof
neben der Klinik Eichstätt (2. OG)

Referent

Joachim Christ

Traditionelle Chinesische Medizin

Wann?

22.05.2012
19:00 Uhr

Wo?

Tagungszentrum Schloss Kösching
Krankenhausstraße 21
85092 Kösching

Referent

Vladimir Scurtu


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Kardiologische Vernetzung in der Region als Konzept der Zukunft

Aktuelle Brennpunkte in der Kardiologie

Die Zukunft der Medizin liegt in der besseren Vernetzung der Kliniken und dem Austausch neuester medizinischer Erkenntnisse. Davon können vor allem die Patienten profitieren, denen die moderne medizinische Behandlung zu Gute kommt, davon sind die kardiologischen Spezialisten der Region überzeugt. Beim Dialog anlässlich des kürzlich stattgefundenen Eichstätter Kardiologiesymposiums wurde deutlich, dass sie in der engen Zusammenarbeit zwischen den Spezialisten die Zukunft der Kardiologie auch und gerade in einer ländlichen Region wie dem Landkreis Eichstätt sehen.

Neben den kardiologischen Chefärzten der Region aus den Kliniken Eichstätt und Kösching, dem Klinikum Ingolstadt, der Ilmtalklinik Pfaffenhofen und der Kreisklinik Gunzenhausen war auch der ärztliche Kreisverband und das Praxisnetz GO IN vertreten. Die Spezialisten aus der Region trafen sich anlässlich des Eichstätter Kardiologiesymposiums, das von Prof. Dr. med. Helmut Kücherer, Chefarzt der Medizinischen Klinik II der Kliniken im Naturpark Altmühltal, initiiert wurde. Sie wurden von renommierten Kardiologen über aktuelle Entwicklungen in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen informiert und tauschten sich auch untereinander über aktuelle Fälle aus. Prof. Dr. med. Senges, Stiftungsvorstand des Instituts für Herzinfarktforschung Ludwigshafen an der Universität Heidelberg, stellte die neuesten Studien zur Versorgungslage des akuten Herzinfarktes vor. Er bezog sich dabei besonders auf die Versorgung mit der so genannten Chest Pain Unit (CPU) - Brustschmerzambulanz - die seit wenigen Jahren deutschlandweit entstehen. Für die anwesenden Mediziner war besonders interessant zu erfahren, dass es in ländlichen Regionen keine Nachteile in der Versorgung von Herzinfarktpatienten gibt, wenn eine CPU zur Versorgung vorhanden ist. Vielmehr hängt die erfolgreiche Behandlung der Patienten vor allem auch von deren Verhalten ab. Immer noch ist eines der größten Probleme in der rechtzeitigen Diagnose und Behandlung des Herzinfarktes, dass die Patienten zu lange warten bis sie den Notarzt informieren. Diese melden sich oft erst spät und warten häufig über drei Stunden bis sie den Notarzt rufen. Dadurch geht wichtige Zeit verloren, die über Leben und Tod entscheiden kann.

Mit interessanten Fällen aus der Praxis beschäftigten sich die nächsten beiden Spezialisten. Der internistische Chefarzt der Ilmtalklinik Pfaffenhofen Prof. Dr. Dr. med. Christian Firschke hatte einige Fallbeispiele mitgebracht und zeigte Komplikationsmöglichkeiten beim Herzkatheter auf. Er erklärte, dass in Vorbereitung auf die interventionelle Diagnostik und Therapie im Herzkatheter eine kompetente Herzultraschalluntersuchung wichtige Informationen liefern kann, die Komplikationen eventuell verhindern können. Nicht unbedingt der typische Brustschmerz deutet auf eine Erkrankung der Herzkranzgefäße hin. Auch ungewöhnliche Symptome wie Schwindel, Bewusstlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Herzrhythmusstörungen können einen Hinweis geben. Gerade bei diesen untypischen Symptomen ist die Bestimmung der Marker im Blut - Troponin - wichtig, um besonders gefährdete Patienten rasch zu identifizieren, erklärte Prof. Dr. med. Conrad Pfafferott, Direktor der Medizinischen Klinik I des Klinikum Ingolstadt.

Neueste Entwicklungen beim Zielblutdruck waren das Thema von Prof. Dr. med. Matthias Blumenstein. Der Chefarzt der Nephrologie und Ärztliche Direktor der Stiftsklinik Augustinum in München zeigte wie deutlich sich die Werte in den vergangenen Jahren verändert haben. Heute geht man davon aus, dass vor allem bei älteren Patienten ein leicht erhöhter Blutdruck besser ist, als das zu starke Absenken des Blutdrucks durch Medikamente. Dennoch ist es immer wichtig, erhöhte Blutdruckwerte vom Arzt kontrollieren zu lassen. Der Nephrologe - Spezialist für Nierenerkrankungen - wies zudem darauf hin, dass dabei auch stets Nierenerkrankungen und Folgeschäden an den Nieren berücksichtigt werden müssen. Sollte die Einstellung des Blutdrucks auch mit mehreren Medikamenten nicht möglich sein, stehen moderne Methoden wie beispielsweise die Renale Denervation - die Verödung der Nierenarterien, die auch in der Klinik Eichstätt durchgeführt wird, zur Verfügung. Die Möglichkeiten dieser modernen Behandlungsmethode stellten Prof. Dr. med. Alexander Hansen und Dr. med. Bernhard Mödl gemeinsam vor.

Dass nicht das numerische Alter entscheidend für die Behandlung mit einem Defibrillator ist, zeigte der Kardiologe und Angiologe Prof. Dr. med. Michael Block, Chefarzt der Kardiologie im Klinikum Augustinum München. Vielmehr sind die Summe der Nebenerkrankungen, die Chancen für das weitere Überleben und nicht zuletzt der persönliche Wunsch des Patienten ausschlaggebend für die Implantation.

Prof. Dr. med. Karlheinz Seidl, Direktor der Medizinischen Klinik IV für Kardiologie mit Schwerpunkt klinische Elektrophysiologie und Herzrhythmusstörungen des Klinikum Ingolstadt, zeigte, wann die Vorhofflimmerablation eingesetzt werden sollte. Welche Patienten kommen für diesen kathetergestützten Eingriff, der schwere symptomatische Beschwerden bessern kann, in Frage? Seine Antwort: Besonders bei jüngeren Patienten, deren Vorhofflimmern noch nicht lange und dauerhaft besteht, ist die Erfolgsquote besonders gut. Je länger das Vorhofflimmern besteht, desto geringer ist die Chance das Vorhofflimmern dauerhaft zu beseitigen.

Prof. Kücherer wollte das Hauptaugenmerk einmal weg von der alleinigen Aufdehnung der Gefäße im Herzkatheterlabor hin zu zusätzlichen Behandlungsmöglichkeiten lenken, die gerade bei Problemen kleiner Herzkrankgefäße, mikrovaskulärer Dysfunktion und der Verengung von Mikrogefäßen sinnvoll erscheinen. So kann in diesen Fällen eine Beherrschung der Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes sowie eine Behandlung mit durchblutungsfördernden Medikamenten, das Risiko einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder einen plötzlichen Herztod zu erleiden deutlich gesenkt werden.

Zum Abschluss stellte Dr. med. Siegfried Jedamzik die Entwicklung des Praxisnetz GO IN vor. Mit GO IN konnte in den vergangenen Jahren die Kommunikation zwischen niedergelassenen Ärzten und Kliniken bereits deutlich verbessert werden. Diese Zusammenarbeit ist die Zukunft der medizinischen Versorgung in der Region 10, darin waren sich die Vertreter der niedergelassenen Ärzte und der Kliniken einig.

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