Wirbelkanalenge
= Spinalkanalstenose
Die Spinalkanalstenose bezeichnet einen knöchernen oder durch Weichteile eingeengten Wirbelkanal der Wirbelsäule. Der Mediziner unterscheidet zwei Ursachen für eine Spinalkanalstenose:
- angeborene Wirbelkörperfehlbildung
- durch Verbreiterung des Facettengelenkes erworbene Wirbelkanalenge
Eine Spinalkanalstenose kann unterschiedliche Beschwerden verursachen, je nachdem welche Nervenabschnitte durch die Engstelle beeinträchtigt werden. Betroffene verspüren zumeist zunehmende Schmerzen im Kreuz und in den Beinen, manchmal verbunden mit Kribbeln, Taubheits- und Schwächegefühlen, sobald sie eine bestimmte Wegstrecke zu Fuß gegangen sind. Eine etwas gebückte Körperhaltung, Vornüberbeugen, Hinsetzen, manchmal auch Hinlegen bringt rasche Erleichterung. Auch längeres Stehen oder das Liegen auf dem Rücken wird von manchen Patienten als unangenehm empfunden. Letzteres hat oft belastende Schlafstörungen zur Folge. Die Schmerzen treten ein- oder beidseitig auf. Sie können von Gesäß und Oberschenkel abwärts in die Waden oder zum Schienbein ausstrahlen, aber auch der umgekehrte Verlauf ist möglich. Manche Betroffene klagen auch über isolierte Kreuzschmerzen. Sensible oder motorische Ausfälle sind eher leicht oder fehlen sogar ganz.
Ziel der Therapie ist die Schmerzlinderung und die Verbesserung der schmerzfreien Gehstrecke und der Lebensqualität. Je nach individuellem Krankheitsverlauf gibt es mehrere Therapiemöglichkeiten:
- Medikamentöse Therapie: Schmerzen und mögliche Schwellungen im Spinalkanal können beispielsweise durch Antiphlogistika vermindert werden. Vorübergehende Linderung verschaffen können auch epidurale Injektionen.
- Physikalische Therapie: Dazu gehören Krankengymnastik, gezieltes Muskelaufbautraining der Bauch- und Rückenmuskulatur, Hydro- und Balneotherapie, Orthopädietechnik, bis hin zur » Elektrotherapie.
- Chirurgische Maßnahmen: Wenn die Beschwerden durch konservative Methoden nicht beherrschbar sind und ein erheblicher Leidensdruck besteht, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden. Operiert wird in der Regel in Vollnarkose oder seltener Spinalanästhesie durch einen Schnitt am Rücken des Patienten. Der Chirurg weitet den verengten Spinalkanal, indem er Teile des Wirbels und/oder andere einengende Strukturen wie Knochenwülste oder verdickte Bandstrukturen entfernt. Gegebenenfalls kommen zusätzlich stabilisierende Maßnahmen zum Einsatz, die bestimmte Wirbelsäulenabschnitte versteifen (durch Schrauben, Platten, Stäbe oder mit Hilfe von Knochenimplantaten).










