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Potenzuntersuchung

Als sexuelle Dysfunktion oder sexuelle Funktionsstörungen beim Mann werden Störungen im Ablauf des sexuellen Reaktionszyklus bezeichnet, die von den Betroffenen (bzw. von den jeweiligen Partnern) als nachteilig empfunden werden. Sexuelle Dysfunktion ist folglich nicht gleichzusetzen mit erektiler Dysfunktion (= Impotenz). Die meisten Untersuchungen zur sexuellen Dysfunktion bei Männern beziehen sich auf erektile Dysfunktion. Dieser Begriff löst im wissenschaftlichen Bereich zunehmend den Begriff der Impotenz ab, um negative Assoziationen zu vermeiden.

Zu den häufigsten Formen sexueller Dysfunktion gehören:

  1. Appetenzstörung = Libidostörung = Lustlosigkeit und bezeichnet dabei den fehlenden oder verminderten Versuch, sexuelle Aktivität aufzunehmen
  2. Impotenz = erektile Dysfunktion, also die Unfähigkeit des Mannes, eine Erektion für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr zu erreichen oder aufrechtzuerhalten
  3. Störungen der Ejakulation, wie Ejaculatio praecox = vorzeitiger Samenerguß (bezeichnet die unbefriedigende Kontrolle des Mannes über den Zeitpunkt seines Orgasmus), die Ejaculatio retardata = verzögerter Samenerguß (dabei werden Ejakulation und Orgasmus subjektiv als zu spät eintretend empfunden) und die Retrograde Ejakulation (das heißt, es erfolgt eine Ejakulation in die Harnblase bei ungestörtem Orgasmuserleben bedingt durch mangelnden Verschluss des Blasenhalses)

Der Mediziner unterscheidet zwei Formen von Errektionsstörungen, je nach Verlauf der Erkrankung: 

  1. primäre Errektionsstörung, das heißt eine immer schon vorhandene Erkrankung 
  2. sekundäre Errektionsstörung, das heißt spontan und situativ auftretende Erkrankung

Ursachen vorübergehender Errektionsstörungen sind in der Regel psychisch bedingt. Bei längerfristig bestehender Errektionsstörung liegen zumeist organische Ursachen zugrunde. Besondere Risikofaktoren sind Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Hyperlipidämie, Bluthochdruck und Nikotinkonsum.

Diagnostiziert wird eine Potenzstörung beim Mann vor allem durch eine Sexualanamnese. Eine sorgfältige Sexualanamnese gibt dem Arzt wertvolle Hinweise auf wahrscheinliche Ursachen der Errektionsstörung und ist die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung. Die Sexualanamnese umfasst folgende Punkte:

  • Entstehungsgeschichte (Wann begann die Störung? Wie verlief die Erkrankung?)
  • Schwere der Störung
  • Situationsabhängigkeit (In welchen Situationen zeigt sich die Errektionsstörung?)
  • begleitende sexuelle Störungen 
  • berufliche und allgemeine Lebenssituation
  • psychische Beeinträchtigung durch das Problem
  • partnerschaftlicher Umgang mit dem Problem
  • sexuelle Vorstellungen und Erwartungen

Nach erfolgter Sexualanamnese kann unter Umständen eine genaue Untersuchung der Organe erfolgen, um organische Auffälligkeiten auszuschließen. Weitere Diagnosemöglichkeiten sind die Bestimmung der Glukosewerte, um eine Diabeteserkrankung auszuschließen. Hinzu zählt auch die Analyse der Testosteronwerte, der Leberwerte und die Untersuchung des Hormons Prolaktin.

Die Behandlung sexueller Dysfunktion richtet sich nach ihren Ursachen.

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