Leistenhernie
Operation einer Leistenhernie
Die Reparation des Leistenbruches stellt den häufigsten operativen Eingriff in der Bundesrepublik dar. Dabei handelt es sich um eine Lücke in der Bauchdecke, durch die sich Inhalt der Bauchhöhle schieben kann. Gefährlich für den Menschen kann dieser Vorgang werden, wenn sich der vorgefallene Bauchinhalt einklemmt und dadurch die Durchblutung gestört wird. Ein Beispiel hierfür ist die Darmschlinge. Das gilt besonders für die seltenere Schenkelhernie, die ein ungleich höheres Einklemmungsrisiko aufweist und mehrheitlich Frauen betrifft. Wegen dieser Gefahr der Einklemmung sind sich die meisten Chirurgen einig, dass ein einmal festgestellter Bauchdeckenbruch operativ versorgt werden sollte.
Diagnose
Zur Diagnosesicherung einer Leistenhernie genügen üblicherweise die Erhebung der Vorgeschichte und eine sorgfältige körperliche Untersuchung. Im Zweifelsfall stehen mit der » Ultraschalluntersuchung, der Computertomographie und der Magnetresonanztomographie Untersuchungsverfahren zur Verfügung, mit deren Hilfe das Vorliegen eines Leisten- oder Bauchwandbruches in Zweifelsfällen eindeutiger diagnostiziert werden kann.
Therapie
Die Operation selbst gliedert sich in zwei große Phasen – die Präparation und Versorgung des Bruchsackes und die Rekonstruktion der Bauchwandstrukturen. Während die Präparation des Leistenbruches als standardisiert gelten kann, wird für die Reparation der Hinterwand des Leistenkanals eine Vielzahl von Operationsmethoden angegeben.
In Deutschland ist die Shouldice-Reparation die verbreitetste Rekonstruktionsmethode und ist wegen der guten Ergebnisse auch in unserer Klinik die Methode der ersten Wahl. Hierbei wird körpereigenes Gewebe in mehreren Schichten über der Schwachstelle in die Bauchdecken genäht. Bis das Gewebe allerdings ausreichend fest miteinander verwachsen ist, um allen Belastungen wieder gewachsen zu sein, vergehen zwischen sechs und acht Wochen. In dieser Zeit ist körperliche Schonung angezeigt.
Da sich Patienten und ihr Gewebe individuell stark unterscheiden können, erscheint es sinnvoll, ein Operationsverfahren individuell für jeden Patienten auszuwählen. Es stehen heute Methoden zur Verfügung, die zur Verstärkung der Schwachstellen Kunststoff verwenden, beispielsweise bei der Methode nach Lichtenstein oder der nach Stoppa. Hier zeigen Ergebnisse aus den USA und Frankreich über Jahrzehnte ähnlich gute Ergebnisse wie nach der Shouldice-Methode. Wir verstärken die Schwachstelle der Leiste bei den Patienten, deren Gewebe uns für eine direkte Naht nicht ausreichend fest erscheint, durch ein feines Kunststoffnetz (Methode nach Lichtenstein).
Ebenso gute Ergebnisse verspricht man sich von den » endoskopischen oder » minimal-invasiven Reparationsverfahren. Sie werden in bestimmten Fällen aber bereits heute als Methode der ersten Wahl angesehen:
Zur Versorgung eines Rezidivleistenbruches (trotz Operation wieder aufgetretener Leistenbruch), wenn eine körperliche Schonung über einige Wochen nicht möglich ist, bis die Narben nach den herkömmlichen Operationen die nötige Festigkeit erreicht haben.
Wir legen dabei ein Kunststoffnetz von innen gegen die Bauchdecke ohne dabei den Bauchraum zu eröffnen. Wir sehen es als Vorteil an, dass bei dieser Operationsmethode Verletzungen von Bauchorganen fast sicher ausgeschlossen werden können. Bei den endoskopisch versorgten Leisten- und Schenkelbrüchen erlauben wir nach der Wundheilung volle sportliche und körperliche Tätigkeit ohne Einschränkung.


