Rektumkarzinom
Das Rektumkarzinom (Enddarmkrebs) unterscheidet sich vom Dickdarmkarzinom vor allem durch seine Lage im kleinen Becken. Durch die engen Beziehungen zum knöchernen Becken und die Nachbarschaft zu den anderen Beckenorganen ist Resektabilität (Entfernung im Gesunden) bei Infiltration des Knochens kaum und bei Infiltration der Nachbarorgane (z. B. der Blase) nur durch sehr ausgedehnte Operationen möglich. Durch entsprechende Voruntersuchungen wie die Endosonographie können Patienten mit einer Infiltration (Einwachsen des Tumors) in Nachbarorgane vor einer Operation erkannt werden. Ist eine Infiltration sicher oder wird sie vermutet, ist es durch eine Vorbehandlung mit Bestrahlung und Chemotherapie möglich, den Tumor so zu verkleinern, dass eine Entfernung im Gesunden möglich wird. Stellt man durch die Voruntersuchungen fest, dass sich der Tumor in einem fortgeschrittenerem Stadium befindet, allerdings noch ohne Einwachsen in Nachbarorgane, kann durch eine Kurzzeitbestrahlung vor der geplanten Operation das Risiko eines lokalen Wiederauftretens des Tumors deutlich verringert werden.
Vor allem die Gefahr eines lokalen Rezidivs (Wiederauftreten des Tumors am Entstehungsort), dessen Häufigkeit in der Vergangenheit mit durchschnittlich 30 % angegeben wurde, kann durch eine entsprechende Vorbehandlung in Kombination mit einer neueren Operationsmethode, der totalen mesorektalen Exzision, kurz TME genannt, erheblich verringert werden. Daneben gelingt es mit Hilfe dieser Methode in vielen Fällen, einen künstlichen Darmausgang (Anus praeternaturalis) auf Dauer zu vermeiden. Aus Sicherheitsgründen wird bei bestimmten Darmverbindungen ein vorübergehender künstlicher Darmausgang erforderlich, der nach 3 - 6 Monaten wieder zurückverlegt werden kann. Weitere Vorteile der Methode der TME sind die deutlich geringere Häufigkeit der postoperativen Blasenentleerungsstörungen und der Potenzstörungen beim Mann im Vergleich zu herkömmlichen Operationen, da durch die besondere Operationstechnik die dafür verantwortlichen Nerven besser geschont werden können. Durch die verbesserte Diagnostik und die dadurch mögliche Vorbehandlung (Kurzzeitbestrahlung und eventuelle Radiochemotherapie) in Verbindung mit der TME ist es in den letzten Jahren gelungen, die Heilungschancen des Rektumkarzinoms entscheidend zu verbessern. Entscheidend für die Prognose ist aber, wie bei jeder bösartigen Erkrankung, die Früherkennung.
Beim Rektumkarzinom ist es sogar in günstig gelagerten Fällen möglich, durch eine lokale Exzision (Herausschneiden) der Geschwulst im Gesunden eine Heilung auf Dauer zu erzielen. Der Eingriff wird in Voll- oder Leitungsanästhesie durch den gespreizten Anus vorgenommen.
Kliniken/Stationen
- Eichstätt – Medizinische Klinik I
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- Kösching – Chirurgische Klinik I
- Eichstätt – Onkologie
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