Gallenblase
Operationen an der Gallenblase
Erkrankungen der Gallenblase sind heute eine der häufigsten Ursachen für eine Operation. In der überwiegenden Mehrzahl dieser Erkrankungen sind es » Gallensteine oder deren Folgeerscheinungen.
Ursachen
Die genauen Mechanismen der Gallensteinbildung sind noch nicht vollständig geklärt. Man geht allerdings überwiegend von einer falschen Ernährung als Hauptursache aus. Die Gallensteine selbst entstehen vom Patienten unbemerkt; entdeckt werden sie zufällig infolge von anderen Untersuchungen des Bauchraumes, oder sie machen sich durch kolikartige Schmerzen oder ein Druckgefühl im rechten Oberbauch bemerkbar. Die Gallensteine können bei der zur Diagnostik veranlassten » Ultraschalluntersuchung erkannt werden. In Ausnahmefällen sind weitere, zum Teil aufwändige Untersuchungen notwendig, um festzustellen, ob eine Operation angezeigt ist.
Therapie
Bei einem Teil der Patienten ist ein Auflösen von kleinen oder nicht-kalkhaltigen Steinen auf medikamentösem Wege möglich; mit einem Wiederauftreten ist aber fast immer zu rechnen.
Mittels Ultraschall kann ein weiterer Teil der Steine soweit zertrümmert werden, dass die zerkleinerten Steinanteile dann durch Medikamente weiter aufgelöst oder spontan auf natürlichem Weg ausgeschieden werden können. Mögliche Nachteile dieser Methoden sind Koliken und Medikamentenunverträglichkeiten mit Ansteigen der "Leberwerte". Auch wenn es auf diesem Weg gelingt, die Steine aus der Gallenblase zu entfernen, kommt es nicht selten innerhalb weniger Jahre zu einem Wiederauftreten der Gallensteine. Die sicherste Methode, auf Dauer beschwerdefrei zu bleiben und Komplikationen des Gallensteinleidens zu vermeiden, ist und bleibt die Operation. Wenn diese Operation geplant durchgeführt wird, sind Komplikationen extrem selten. Anders sieht es aus, wenn die Operation notfallmäßig erfolgen muss, beispielsweise bei Vereiterung einer aufgestauten Gallenblase oder bei einer Gelbsucht bei einem steinbedingten Verschluss der Gallenwege. Schwere Entzündungen der » Bauchspeicheldrüse können durch das Gallensteinleiden verursacht werden. Gallensteine muss man auch als mitauslösende Ursache des Gallenblasenkrebses ansehen.
Die Entfernung der Gallenblase gelingt uns heute, selbst bei schweren eitrigen Entzündungen, fast immer durch die » minimal-invasive Chirurgie. Es werden dabei über mehrere kleine (ca. 0,5 - 1 cm) Schnitte eine Videokamera und verschiedene Instrumente in die Bauchhöhle eingeführt, mit denen dann die Gallenblase mit den Steinen entfernt wird. Vorteile dieser Methode sind die kosmetisch günstigen kleinen Narben und die relativ geringen Schmerzen. Nicht bewiesen ist, dass nach einer derartigen Operation weniger Verwachsungen in der Bauchhöhle auftreten. Als Nachteil dieser Methode gilt, dass der Operateur die Bauchhöhle nicht austasten kann, so dass unter Umständen andere Krankheiten übersehen werden könnten, die bei offener Bauchoperation ertastet werden können. Der bei dieser Methode fehlende Tastsinn des Chirurgen ist letztendlich der Grund, warum bei einigen Patienten die herkömmliche Methode angewendet werden muss, um möglichst kein Risiko für den Patienten einzugehen.
Nach einer Operation können die meisten Patienten innerhalb weniger Tage die Klinik verlassen. Eine spezielle Diät ist nicht erforderlich. Allerdings sollte man in den ersten Wochen nach einer Operation schwer verdauliche Speisen oder eine Kost, die bereits vor einer Operation Beschwerden verursachte, meiden.


