Nierenerkrankungen
Die Niere ist ein paariges, beidseits der Wirbelsäule gelegenes Organ. Die Niere hat unterschiedliche Funktionen. Sie dient der Reinigung des durch sie hindurchfließenden Blutes. Die Rückstände und Wasser werden dabei vorläufig in die Nierentubuli ausgeschieden, Proteine und Zellen werden zurückgehalten. Des Weiteren sorgt die Niere dafür, dass in den Nierentubuli und im Sammelrohr jene Restbestände und Wasser zurückgewonnen werden, die der Körper benötigt. Zugleich werden manche Rückstände, wie Wasserstoffionen, Ammoniak, Kalium, organische Säuren, aber auch viele Pharmaka zusätzlich an das Lumen abgegeben.
Ebenso vielfältig wie die Funktionen der Niere ist auch die Fülle ihrer möglichen Erkrankungen.
Zu den Nierenerkrankungen gehören:
- Der Nierenabszess. Der Mediziner bezeichnet als Nierenabszess kleinherdige, unmittelbar einschmelzende Entzündungen des Nierenparenchyms. Die Ursachen für einen Nierenabszess sind zumeist Infektionen mit Staphylokokken oder Streptokokken. Bei Betroffenen äußert sich eine derartige Erkrankung durch hohes Fieber, Schüttelfrost, Klopf- und Druckschmerz des Nierenlagers. Eine erfolgreiche Behandlung erfolgt zumeist durch Antibiotika, Harnableitung, oder unter Umständen durch eine Abszessdrainage.
- Die Nierenagenesie. Dieser Begriff benennt das angeborene Fehlen einer oder beider Nierenanlagen. Im Gegensatz dazu beschreibt der Begriff der Nierenaplasie das angeborene Fehlen einer oder beider Nieren, wobei in diesem Fall Reste der Nierenanlage vorhanden sind.
- Die Nierenarterienstenose. Sie beschreibt eine Verengung einer oder beider Nierenarterien. Dabei kommt es infolge chronischer Minderdurchblutung zur Schrumpfniere und damit zu einer verminderten Nierenleistung.
- Die Nierenbeckenentzündung. Sie ist die häufigste Nierenerkrankung überhaupt. Sie bezeichnet eine akut oder chronisch verlaufende Entzündung des Nierenbeckens infolge einer bakterieller Infektion. Im engeren Sinne kann mit dem Begriff der Nierenbeckenentzündung auch eine bakterielle Infektion der oberen Harnwege mit Entzündung des Niereninterstitiums und des Nierenbeckenkelchsystems gemeint sein. Bakterielle Erreger sind vor allem Pseudomonas, Enterokokken, Staphylokokken.
- Der Nierenbeckentumor. Dieser bösartige Tumor geht zumeist vom Nierenbecken aus.
- Eine Nierendegeneration. Diese Nierenerkrankung äußert sich bereits im frühen Kindesalter. Sie stellt eine erblich bedingte zystische Nierenerkrankung dar und ist damit eine Sonderform polyzystischer Nierenerkrankungen.
- Polyzystische Nierenerkrankungen. Darunter sind alle Arten von angeborenen oder erworbenen Nierenerkrankung mit zystischen Erweiterung der Nierentubuli zu verstehen. Als Zyste bezeichnet der Mediziner einen mit Flüssigkeit gefüllten Hohlraum im Gewebe.
- Nierendiabetes. Eine Sonderform der Nierenerkrankungen ist Nierendiabetes. Sie zeichnet sich durch eine erhöhte Glukoseausscheidung im Harn bei normalem Blutzuckergehalt aus.
- Die Nierenembolie. Die Nierenembolie bezeichnet einen teilweisen oder totalen Verschluss einer oder beider Nierenarterien. Bei einem totalen arteriellen Verschluss wird die Niere innerhalb weniger Stunden unwiederbringlich geschädigt.
- Die Nierenentzündung. Dieser Sammelbegriff umfasst alle Infektionen der Nieren.
Einige Nierenerkrankungen äußern sich durch Nierenblutungen, das heißt durch einen Blutaustritt im Bereich der Nieren.

