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Moderne Technik weil jede Minute zählt

Im Rettungsdienst geht es um Schnelligkeit sowie darum, dass sofort die richtige Behandlung eingeleitet wird. Jede Minute zählt, wenn es darum geht, einen schwer verletzten oder schwer kranken Menschen zu versorgen. Damit dies in Zukunft noch schneller und reibungsloser geht, hat der Förderverein Notfallversorgung im Landkreis Eichstätt die fünf Rettungswägen des BRK im Landkreis mit neuen Monitoringsystemen ausgestattet. Mit diesem System können lebenswichtige Elektrokardiogramm(EKG)-Daten von dem Moment an aufgezeichnet werden, an dem der Notarzt beim Patienten eintrifft und das ununterbrochen bis er in der Klinik ankommt. Insbesondere Patienten mit Herzinfarkt kann damit eine wesentliche Verbesserung in der Überwachung und Behandlung bereits beim Eintreffen des Notarztes zu Gute kommen.

Bereits seit Januar läuft der Testbetrieb mit einem der Monitoringsysteme. Mitte Juni ist nun die Ausstattung aller fünf Rettungswägen der Notarztstandorte des Landkreises Eichstätt in Eichstätt, Kösching und Beilngries sowie die Schulung aller Rettungsassistenten, -sanitäter und Notärzte abgeschlossen. Schon jetzt sind die Notärzte von dem neuen System überzeugt, erklärt Reiner von Spannenberg, Leiter des Rettungsdienstes des BRK Eichstätt, bei der Vorstellung des Gerätes. Er zeigte Landrat Anton Knapp, 1. Vorsitzender des Fördervereins Notfallversorgung, Gunther Schlosser, Geschäftsführer des Fördervereins und Vorstandsvorsitzender der Kliniken im Naturpark Altmühltal, und Alfred Schimmer, Schatzmeister des Fördervereins und Betriebsdirektor der Klinik Kösching, die Möglichkeiten des Systems im Rettungswagen. Insgesamt 85.000 Euro hat der Förderverein für die Neuausstattung der Rettungswägen mit den Geräten investiert. Möglich wurde diese Investition auch Dank der Unterstützung durch die Sparkassen Eichstätt und Ingolstadt.

Die hochmodernen Monitoring- und Gerätesysteme sind echte Alleskönner. Sie verfügen neben einem EKG- Gerät auch über einen Defibrillator und sind als externer Herzschrittmacher einsetzbar. Die Geräte liefern zudem Werte wie Blutdruck, Temperatur und Sauerstoffsättigung des Blutes. Durch die Modulbauweise bietet das System maximale Mobilität, kann aber zusammengesteckt auch als Kompaktgerät verwendet werden. Es besteht aus einem Monitor, über den die Steuerung und Überwachung der Vitalfunktionen möglich ist, einer Patientenbox, die die Daten des Patienten aufzeichnet, sowie einem Defibrillator, der komplett abgekoppelt werden kann und damit die Mobilität und Flexibilität deutlich erhöht. Alle Module sind über Funk miteinander verbunden, störende Kabel werden dadurch überflüssig. Durch die integrierte Telemetrie können die Daten und die Messwerte schon während der Fahrt in die Klinik übertragen werden. Bereits beim Eintreffen in der Klinik liegt außerdem ein Ausdruck der EKG-Werte vor. Die Vitalparameter (EKG, Sauerstoffsättigung etc.) spielen im Rettungsdienst eine wichtige Rolle, da es den Ärzten nicht nur Auskunft über die Herzfrequenz gibt, sondern auch viel über den Gesundheitszustand des Patienten verrät. Diese Parameter sind sowohl für die Sofortversorgung durch den Rettungsdienst als auch für die anschließende stationäre Weiterbehandlung besonders von Schwerverletzten oder Schwerkranken im Krankenhaus wichtig. Je früher das Ärzteteam in der Notaufnahme der Kliniken Eichstätt und Kösching Bescheid weiß, desto früher und besser kann es sich auf den Patienten und seine Versorgung einstellen.

„Besonders bei Herzerkrankungen ist die sofortige und richtige Versorgung des Patienten entscheidend“, unterstreicht Chefarzt Prof. Dr. med. Helmut Kücherer die Bedeutung der neuen Geräte. „Schon in der Testphase übermittelte das System sehr gute Daten, die uns bereits vor Eintreffen des Patienten wichtige Informationen liefern“, ergänzt der Leiter der Medizinischen Klinik II der Kliniken Eichstätt und Kösching. Nach einem Herzinfarkt, bei dem bestimmte Teile des Herzens durch den Verschluss eines Blutgefäßes von der Blutversorgung abgeschnitten werden, ist es entscheidend, dass die Gefäße so schnell wie möglich wieder eröffnet werden. In Zukunft wird es sogar möglich sein, das EKG des Patienten während des Transportes von der Klinik aus „live“ zu beurteilen und im Dialog mit dem Notarzt die weitere Behandlung abzustimmen. Hierzu schaltet sich der Facharzt in der Klinik via Datenverbindung direkt auf den Monitor im Rettungswagen auf. Die Experten in der Klinik können sich dann ein noch genaueres Bild über den Gesundheitszustand des Patienten machen, als es bereits bisher per Funk mit Notärzten und Mitarbeitern des Rettungsdienstes möglich war.