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  • Dr. med. Norbert Hüllebrand
    Dr. med. Norbert Hüllebrand
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Proktologie

Zu den häufigen proktologischen Erkrankungen (Erkrankungen im Afterbereich), bei denen Chirurgen um Rat gefragt werden, zählen Hämorrhoiden, Fissuren, Fisteln und Abszesse. Letztere werden zunächst gespalten, damit der Eiter ablaufen kann. Die Schmerzen klingen dann rasch ab. Die Abszesshöhle säubert sich und wächst langsam vom Grund her zu. Gelegentlich führen diese Abszesse zu Fisteln.

Die Behandlung der Fisteln kann relativ einfach, aber auch außerordentlich aufwändig sein. Bei einfachen Fisteln, bei denen der Schließmuskelapparat nicht beteiligt ist, wird das Gewebe über dem Fistelgang gespalten und die Fistel heilt ab. Zieht der Fistelgang aber durch den Schließmuskel oder wie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen häufig auch oberhalb davon, würde eine einfache Spaltung zu einer dauerhaften Schädigung des Schließmuskels führen. In diesen Fällen ist eine Ausschälung des Fistelgangs bis zum Darmrohr und eine anschließende plastische Deckung der Darmöffnung nötig. Dagegen ist die Behandlung von Fissuren (Einrisse der Afterschleimhaut) durch Ausschneidung und anschließender Dehnung des Schließmuskels fast immer problemlos möglich.

Die operative Behandlung von Hämorrhoiden ist bei geringer Ausprägung durch Unterspritzung (Sklerosierung) oder Gummibandligatur möglich. Bei ausgeprägteren Formen kamen früher keilförmige Exzisionen (Ausschneidungen) in verschiedenen Techniken zur Anwendung. Bei sehr ausgeprägten Befunden dauerte es manchmal einige Wochen, bis die verbliebene Wunde verheilt war. Bis dahin musste der Patient mehrfach am Tag Sitzbäder durchführen. Bei sehr großen, entzündeten oder mit Blutgerinnseln gefüllten Hämorrhoiden ist diese Methode aber auch heute noch unumgänglich.

Bei kleineren Hämorrhoiden können wir eine ambulante Operationsmethode anbieten, die ohne Narkose durchgeführt werden kann. Im Rahmen einer Enddarmspiegelung wird mit einem sogenannten Proktoskop, in das ein Ultraschallkopf eingebaut ist, der Verlauf der Gefäße, die die Hämorrhoiden speisen, erkannt. Durch ein Fenster des Proktoskopes werden diese Arterien im schmerzunempfindlichen Schleimhautbereich durch Umstechung unterbunden. Durch die gedrosselte Blutzufuhr verkleinern sich in der Folgezeit die Hämorrhoidenknoten und die Beschwerden klingen ab. Unsere positiven Erfahrungen entsprechen den australischen und japanischen Ergebnissen, wo das Verfahren schon sehr viel länger erfolgreich angewandt wird.

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