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  • Dr. med. Norbert Hüllebrand
    Dr. med. Norbert Hüllebrand
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Sodbrennen

Als Sodbrennen wird ein brennendes Empfinden in der Magengegend bezeichnet. Es ist ein Symptom der » Refluxkrankheit. Die Ursache der Erkrankung ist in den meisten Fällen eine angeborene zu große Lücke im Zwerchfell an der Stelle, an der die Speiseröhre vom Brustkorb in die Bauchhöhle übertritt. In diesem Bereich befindet sich auch der sogenannte untere Speiseröhrenschließmuskel oder Mageneingangspförtner, der als eine Art Ventil die Speisen bei der Nahrungsaufnahme in den Magen durchrutschen lässt. Er verhindert auch, dass Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließen.

Im Laufe des Lebens kann die Verschlusskraft dieses Ventils nachlassen, wobei einer der Hauptfaktoren die Verlagerung des Ventils in den Brustkorb zu sein scheint (» Zwerchfellbruch). Die Größe des Zwerchfellbruchs und die Verschlussschwäche des Mageneinganges nimmt in der Regel im Laufe des Lebens zu.

Wie bei allen anderen Brüchen der Bauchhöhle kann auch der Zwerchfellbruch einklemmen, was häufig zu nicht entdeckten inneren Blutungen führt und eine Ursache einer chronischen Blutarmut sein kann. Größe des Bruches und Ausmaß der Mageneingangsschwäche und damit der Refluxerkrankung sind nicht parallel.

Leichte Beschwerden lassen sich in der Regel durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten gut in den Griff bekommen - beispielsweise durch Anpassung der Nahrungsqualität:

  • Vermeidung von Süßigkeiten (insbesondere Schokolade)
  • Vermeidung von Weißwein
  • Vermeidung von fettigen Speisen
  • kleinere Mahlzeiten auf den Tag verteilt
  • Gewichtsreduktion
  • Oberkörperhochlagerung in der Nacht
  • kein Nikotin

Sollten diese Maßnahmen zu keinem Erfolg führen, können säurebindende oder säureproduktionsreduzierende Medikamente eine Linderung der Beschwerden bis hin zur vollständigen Beschwerdefreiheit führen. Diese Medikamente sollten dann aber konsequent je nach Schwere der Erkrankung einen bis drei Monate eingenommen werden. Treten die Beschwerden nach Absetzen der Medikamente in kurzer Zeit wieder auf, kann man von einem chronischen Krankheitsgeschehen ausgehen, wobei zwei Therapiealternativen zur Verfügung stehen:

  1. Dauermedikation mit "Säureblockern" (sogenannten Protonenpumpeninhibitoren), eventuell in Kombination mit
  2. der Einnahme von Medikamenten, die die Pumpfunktion der Speiseröhre verbessern (sogenannten Prokinetika)

Diese Art der Therapie kann aber lediglich die Säurekomponente des Refluxes ausschalten, den Reflux selbst aber nicht.

 

 

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